Fachtagung


„Streiten lernen. Wer streitet mit wem und wie?“

Wann: Montag, 3. Juni 2019, 10:00 bis 16:30 Uhr
Wo: COMEDIA Theater, Vondelstraße 4–8, 50677 Köln
Kosten: 15 Euro Verpflegungspauschale

Noch vor wenigen Jahren hieß es, wir würden es mit der Konsenskultur in Deutschland übertreiben. Politische Differenzen würden unkenntlich gemacht, weil alle Kräfte in die sogenannte gesellschaftliche Mitte strebten. Heute erleben wir das Gegenteil: eine starke Polarisierung der Gesellschaft, die ihren Ausdruck in Debatten findet, bei denen Emotionen schnell hoch schießen. Der Ton wird schärfer, zugleich nimmt die Bereitschaft spürbar ab, Meinungen auch nur zu ertragen, die nicht der eigenen entsprechen.

Diese Polarisierung findet auch in der Schule Niederschlag und stellt Lehrerinnen und Lehrer vor die Herausforderung, in Zeiten von Filterblasen und Hate Speech eine diskriminierungsfreie Lernumgebung zu schaffen. Dabei stellt sich die Frage, wo in der Aushandlung dieser Herausforderung professionelle und persönliche Handlungsspielräume liegen. In der Tagung möchten wir uns deshalb dem Themenfeld „Streiten lernen“ widmen. Die Fachtagung verknüpft u.a. die philosophische Debatte darüber, wie Streiten in der Demokratie eigentlich geht, mit der Frage, welche praktischen Handlungswege sich für Lehrkräfte eröffnen, wenn die gesellschaftliche Polarisierung im Kosmos Schule zutage tritt.

Die Fachtagung der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Kooperation mit dem Verein zur Förderung der Philosophie phil e.V. präsentiert dazu Impulse aus der Wissenschaft und diskutiert deren Übersetzung in Praxis und Didaktik. Sie richtet sich an Wissenschaftler_innen und Pädagog_innen der Fachrichtungen Philosophie, Deutsch, Religion, Sozialwissenschaften und politische Bildung.

In Zusammenarbeit mit der Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule des Landes Nordrhein- Westfalen.

Programm

Begrüßung durch die Veranstalter_innen

Aus der Praxis: Hannes Loh und Stephan Versin, Gangsta-Rap und Ethik

Vortrag: Marie-Luisa Frick, Universität Innsbruck, Ohnmacht der Argumente? Vom souveränen Umgang mit verletzender, schockierender und verstörender Rede

Impuls: Alexander Grau, Kultur- und Wissenschaftsjournalist, Widerstreit statt Konsenskitsch. Verständigung in heterogenen Gesellschaften

Impuls: Riem Spielhaus, Universität Göttingen, Wenn Mitdiskutieren verboten ist

Diskussion mit Alexander Grau und Riem Spielhaus

Aus der Praxis: QUA-LiS NRW, Demokratieverständnis

Impuls: Sabine Döring, Universität Tübingen, Emotion und Argument

Abschlusspanel: Ulaş Aktaş, Junior Professor für Pädagogik an der Kunstakademie Düsseldorf, im Gespräch mit Sabine Dengel (Bundeszentrale für politische Bildung/bpb)

Tagungsmoderation: Jürgen Wiebicke

Die Veranstaltung ist in der Fortbildungsdatenbank des Schulministeriums NRW eingetragen und kann von den jeweiligen Schulleitungen als Fortbildung anerkannt werden. Die Teilnehmenden erhalten von der bpb eine Teilnahmebescheinigung.

Konzept: Sabine Dengel (bpb), Linda Kelch (bpb), Laura Oehms und Jürgen Wiebicke

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Kontakt für inhaltliche Rückfragen:
Produktion phil.cologne
Laura Oehms
Tel.: 0221/160 1842
E-Mail: oehms@philcologne.de

Kooperationen

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