Trond Reinholdtsen


Foto: Trond Reinholdtsen

Vor einigen Jahren entschied Komponist Trond Reinholdtsen für sich, dass sein Schaffen alle Kunstformen einbezieht, dass Musik mehr ist als nur Klang, dass es grundsätzlich keine Einschränkungen gibt, welche Arten von Material als erlaubt oder relevant gelten. Dies führte zu einer Ästhetik des Universalgenie-Dilettantismus. 2009 gründete er sein eigenes Opernhaus unter dem Namen "The Norwegian Opra" in seinem eigenen Wohnzimmer in den Slums von Oslo. Da es sich bei dem Projekt um den Versuch einer radikalen Abkehr von den üblichen Produktionsweisen und Arbeitsprozessen der traditionellen Oper und der zeitgenössischen Musik handelte (und vielleicht auch, weil er unter leichten sozialen Ängsten und einer stetig zunehmenden Weltuntergangsparanoia leidet), beschloss er, bei seinen Aufführungen keine Zuschauer zuzulassen, abgesehen von ein paar wohlwollenden Insider-Freunden. Als weitere Radikalisierung des Projekts wurde die Institution 2015 weit in die schwedischen Wälder verlagert. In diesem Umfeld der Isolation und Konzentration wurde die berühmte Opernfilmreihe "Ø" begonnen. Und zwar ohne jegliches Publikum. "Ø" steht für die leere Kulisse, das Nichts und damit auch für die Quelle unendlichen Potentials. Bis heute besteht die Serie aus 17 Episoden, plus dem neu begonnenen Spin-Off: "The Followers of Ø". Die Geschichte dreht sich um drei (oder sind es vier?) Protagonisten, die sich in einem Keller verbarrikadiert haben und in völliger Ablehnung „der Außenwelt“ und „des Systems“ Experimente in Kunst, politischer Theorie und Alchemie durchführen, um sich auf das sogenannte "Event" von absolut weltverändernden Ausmaßen vorzubereiten. Mehr unter www.thenorwegianopra.no

Interview mit Trondt Reinholdtsen: "Neue Intendanz!" (Theater der Zeit)

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